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IFS: Internal Family Systems

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Auf dieser Seite beschreibe ich, wie ich in meiner Praxis in Wuppertal mit Internal Family Systems, kurz IFS, arbeite. Was ein Trauma ist und welche Reaktionen danach normal sind, erkläre ich ausführlich im Bereich Trauma verstehen.

Was ist IFS?

"Ein Teil von mir möchte Nähe, ein anderer zieht sich zurück, sobald es ernst wird." Viele Menschen kennen solche inneren Widersprüche. Internal Family Systems nach Richard C. Schwartz beschreibt sie als verschiedene innere Anteile, englisch Parts, die miteinander in Beziehung stehen. Daneben gibt es im Modell das Self: eine Haltung, aus der heraus Sie Ihren Anteilen mit Ruhe, Neugier und Mitgefühl begegnen können. Ziel ist nicht, unliebsame Seiten loszuwerden, sondern sie zu verstehen. Oft zeigt sich dann, dass auch eine anstrengende Seite Sie eigentlich schützen will.


Sie möchten wissen, ob meine Arbeitsweise zu Ihnen passt? Im kostenlosen telefonischen Erstgespräch klären wir das in Ruhe und unverbindlich.

Für wen IFS infrage kommt

IFS kann passen, wenn Sie sich innerlich hin- und hergerissen fühlen, unter einem strengen inneren Kritiker leiden oder immer wieder in Muster wie Perfektionismus, Kontrolle oder Rückzug geraten. Auch nach belastenden Erfahrungen, etwa in der Kindheit, können Schutz, Scham und der Wunsch nach Nähe gleichzeitig da sein.

Typische Anliegen sind

Eine feste Diagnose brauchen Sie für ein Erstgespräch nicht.


Wann zuerst etwas anderes nötig ist

Bei akuten Suizidgedanken, einer akuten psychotischen Krise oder einer schweren Suchterkrankung steht zunächst eine ärztliche oder psychiatrische Behandlung im Vordergrund. Wenn Sie aktuell Gewalt erleben, kontrolliert oder bedroht werden, geht Ihre Sicherheit vor. Eine psychotherapeutische Praxis ist kein Notdienst. Im Erstgespräch klären wir offen, ob meine Arbeit für Sie gerade passt oder ob eine andere Unterstützung sinnvoller ist.

Wie eine Behandlung abläuft

Einen starren Ablauf, den alle gleich durchlaufen, gibt es bei mir nicht. Die Schritte können sich überschneiden oder wiederholen. Meistens sieht der Weg aber ungefähr so aus:

1. Kostenloses Erstgespräch

Am Telefon klären wir in Ruhe, worum es Ihnen geht, ob meine Arbeitsweise zu Ihrem Anliegen passt und welche Fragen Sie haben. Das Gespräch ist kostenlos und unverbindlich.

2. Anliegen klären

In den ersten Sitzungen klären wir, was Sie verändern möchten und was Ihnen Sicherheit gibt. Wir prüfen auch, ob Ihnen die Sprache der inneren Anteile liegt.

3. Mit inneren Anteilen in Kontakt kommen

Wir schauen gemeinsam auf die Seiten in Ihnen, die an einem Problem beteiligt sind, zum Beispiel einen strengen Kritiker oder eine Seite, die sich zurückzieht. Wir lernen sie kennen, statt gegen sie zu kämpfen. Verletzliche Erfahrungen berühren wir erst, wenn die schützenden Seiten damit einverstanden sind.

4. Veränderungen in den Alltag bringen

Am Ende zählt, was sich in Ihrem Leben verändert: eine Grenze setzen, ein Bedürfnis aussprechen oder eine automatische Reaktion früher bemerken. Das prüfen wir gemeinsam über die Zeit.

Wie viele Sitzungen sinnvoll sind, hängt von Ihrem Anliegen ab. Tempo und Umfang passen wir gemeinsam an.

Wie ich IFS in meiner Arbeit einsetze

Mit IFS verbinde ich die allparteiliche Haltung aus meiner systemischen Arbeit und meine Erfahrung mit Ego-State-Therapie. Ich nutze diese Perspektive, wenn sie Ihnen hilft, Schutzreaktionen zu verstehen, ohne sich selbst abzuwerten. Nicht jeder Mensch mag es, mit inneren Anteilen zu arbeiten, und das ist völlig in Ordnung. Dieselben Themen lassen sich auch auf andere Weise besprechen. Das Modell soll zu Ihnen passen, nicht umgekehrt.

Wie IFS entstanden ist

Richard C. Schwartz ist ein US-amerikanischer Familientherapeut. In seiner Arbeit beobachtete er, dass Menschen verschiedene Seiten ihrer selbst benennen und mitunter in heftige innere Konflikte geraten. Daraus entwickelte er in den 1980er-Jahren Internal Family Systems. Das Modell überträgt das systemische Denken nach innen: So wie in einer Familie bestimmte Reaktionen einander auslösen, können auch innere Seiten in festgefahrene Kreisläufe geraten. IFS geht davon aus, dass innere Vielfalt zum normalen menschlichen Erleben gehört.

Parts und Self

Schwartz beschreibt das Self als inneren Kern, der von Ruhe, Klarheit, Neugier, Mitgefühl, Mut, Zuversicht, Kreativität und Verbundenheit geprägt sein kann. Im Englischen beginnen diese acht Eigenschaften mit C, deshalb heißen sie die 8 C. Das Ziel der Arbeit heißt Self Leadership: mehr Zugang zu dieser Haltung, um die eigenen Reaktionen besser begleiten zu können.

Die Sprache der Teile ist ein therapeutisches Modell. Parts sind keine kleinen eigenständigen Personen im Gehirn, und die Vorstellung eines immer vorhandenen, unverletzten Self ist eine Annahme des Modells, keine nachgewiesene Tatsache. Sie müssen daran nicht glauben, um von der Arbeit zu profitieren.

Drei Rollen innerer Anteile

Exiles stehen für verletzliche Erfahrungen und Gefühle wie Angst, Einsamkeit oder den Gedanken "Mit mir stimmt etwas nicht". Sie können mit frühen Erfahrungen verbunden sein. Daraus folgt aber nicht, dass hinter jedem Gefühl eine bestimmte Kindheitserinnerung steckt.

Managers versuchen, Verletzungen vorab zu verhindern, zum Beispiel durch Perfektionismus, Kontrolle, Anpassung oder Selbstkritik. Die Frage "Was befürchtet diese Seite, wenn sie loslässt?" hilft oft mehr als der Kampf gegen sie.

Firefighters springen ein, wenn schmerzhafte Gefühle schon da sind, etwa mit Ablenkung, Rückzug, Betäubung oder impulsivem Verhalten. Das erklärt nicht jedes Verhalten und entschuldigt keine Gefährdung. Bei Sucht oder Selbstverletzung steht die Sicherheit an erster Stelle.

Abstand gewinnen: Unblending

Wenn ein Gefühl wie Scham Sie völlig ausfüllt, spricht IFS von Blending. Beim Unblending entsteht etwas Abstand: Aus "Ich bin wertlos" wird "Ein Teil von mir fühlt sich gerade wertlos". Der Schmerz verschwindet dadurch nicht, aber es entsteht Raum, ihn anzuschauen und anders darauf zu reagieren. Der Grundsatz "No Bad Parts" besagt, dass auch schädlich wirkende Anteile ursprünglich eine verständliche Aufgabe hatten. Das heißt nicht, dass jede Handlung in Ordnung ist. Eine aggressive Reaktion kann als Schutzversuch verständlich sein und muss trotzdem begrenzt werden. Innere Bilder, die in der Arbeit entstehen, können sehr bedeutsam sein. Sie beweisen aber keine bestimmte vergangene Szene. Deshalb deuten wir aus Gefühlen oder Bildern keine verborgenen Erinnerungen.

Was IFS von ähnlichen Methoden unterscheidet

Die Ego-State-Therapie nach Watkins arbeitet ebenfalls mit inneren Anteilen, sie heißen dort Ich-Zustände, und ihre Geschichte ist eng mit der Hypnose verbunden. IFS betont stärker das Self und die Rollen von Exiles, Managers und Firefighters. NARM fragt eher, wie ein Mensch im heutigen Kontakt Nähe, Selbstabwertung und Schutz organisiert, ohne jeden Konflikt als eigenen Anteil zu beschreiben. Dass mehrere Modelle ähnliche Erfahrungen beschreiben, macht sie nicht austauschbar.

Wie gut ist IFS untersucht?

Die Forschung zu IFS bei Traumafolgen ist noch jung. Eine Pilotstudie mit 17 Erwachsenen nach mehrfachen Kindheitstraumata berichtete Verbesserungen nach 16 Sitzungen, hatte aber keine Vergleichsgruppe. 2026 erschien eine erste randomisierte Studie mit 60 Menschen mit PTBS: Ein IFS-basiertes Onlineprogramm wurde mit einem anderen aktiven Programm verglichen. In beiden Gruppen gingen die Beschwerden deutlich zurück, ein klarer Unterschied zwischen den Programmen zeigte sich nicht.

Die deutsche S3-Leitlinie empfiehlt bei einer PTBS eine traumafokussierte Psychotherapie und nennt dafür vor allem EMDR, kognitive Verfahren, CPT, die Narrative Expositionstherapie und die Prolongierte Exposition. IFS gehört nicht zu diesen gut belegten Verfahren. Das heißt nicht, dass IFS nicht helfen kann, aber die Beweislage ist deutlich schwächer.

Kosten und Termin

Ich arbeite als Heilpraktiker in eigener Praxis. Gesetzliche Krankenkassen übernehmen die Kosten nicht, private Versicherungen und Zusatzversicherungen erstatten je nach Tarif teilweise. Die aktuellen Honorare finden Sie unter Honorar. Für ein kostenloses telefonisches Erstgespräch erreichen Sie mich über das Kontaktformular.

Wenn Sie jetzt sofort Hilfe brauchen

Wenn Sie in akuter Gefahr sind oder daran denken, sich das Leben zu nehmen, rufen Sie bitte den Notruf 112 oder wenden Sie sich an die nächste psychiatrische Klinik. Die Telefonseelsorge ist rund um die Uhr kostenlos erreichbar unter 0800 111 0 111 und 0800 111 0 222. Eine psychotherapeutische Praxis ersetzt in einer akuten Krise keinen Notdienst.

Häufige Fragen zu IFS

Was sind innere Anteile bei IFS?

Innere Anteile sind Seiten in Ihnen, die unterschiedlich fühlen und reagieren, zum Beispiel ein Kritiker, eine ängstliche Seite oder eine, die sich zurückzieht. Das ist ein Modell, um innere Widersprüche besser zu verstehen, keine Diagnose.

Ist IFS dasselbe wie Ego-State-Therapie?

Nein, aber beide arbeiten mit inneren Anteilen. Die Ego-State-Therapie kommt aus der Hypnose, IFS aus der Familientherapie und betont besonders das Self. In meiner Arbeit ergänzen sich beide.

Muss ich mit meinen Anteilen sprechen?

Nein. Manche Menschen sprechen innerlich mit ihren Anteilen, andere beschreiben sie lieber, zeichnen sie oder achten auf Körpersignale. Wenn Ihnen die Sprache der Teile nicht liegt, arbeiten wir anders.

Kann IFS bei Trauma helfen?

IFS wird bei Traumafolgen eingesetzt, und erste Studien sind ermutigend. Gut belegt ist es aber noch nicht. Ob IFS für Sie passt oder ein anderes Verfahren sinnvoller ist, klären wir im Erstgespräch.

Übernimmt die Krankenkasse die Kosten?

Gesetzliche Krankenkassen übernehmen die Kosten bei einem Heilpraktiker nicht. Private Versicherungen und Zusatzversicherungen erstatten je nach Tarif teilweise. Die Honorare finden Sie auf der Seite Honorar.

Weiterlesen im Wissensportal Trauma

Wenn Sie sich in Ruhe weiter informieren möchten, finden Sie in meinem Wissensportal die wichtigsten Themen rund um Trauma verständlich erklärt.

• Trauma verstehen: alle Themen im Überblick
• Posttraumatische Belastungsstörung (PTBS)
• Komplexe PTBS
• Flashbacks und Trigger
• Dissoziation
• Scham und Schuld
• Trauma in der Kindheit
• Hilfe im Alltag: Grounding und Notfallkoffer

Quellen


Roman Simeunovic, Heilpraktiker in Wuppertal

Roman Simeunovic

Heilpraktiker, Praxis für Psychotherapie und Traumatherapie in Wuppertal

Ich begleite Menschen mit Traumafolgen, Ängsten und belastenden Lebenssituationen und arbeite integrativ, unter anderem mit IFS, EMDR, Brainspotting, Ego-State-Therapie und systemischer Traumatherapie. Die Inhalte auf dieser Seite habe ich fachlich geprüft, damit Sie vorab einschätzen können, ob meine Arbeitsweise zu Ihnen passt.

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